{"id":261,"date":"2019-01-30T14:54:25","date_gmt":"2019-01-30T14:54:25","guid":{"rendered":"http:\/\/signitforward.wpengine.com\/?p=261"},"modified":"2019-01-31T14:53:25","modified_gmt":"2019-01-31T14:53:25","slug":"60-61-forts-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/signitforward.com\/de\/60-61-forts-forschung\/","title":{"rendered":"60-61 Forts Forschung"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8221;1\/1&#8243;][vc_column_text]\u201d\u00a0<strong>Es gibt viele Gr\u00fcnde<\/strong>, die Vorteile einer geb\u00e4rdenden Umgebung f\u00fcr das Kind zu betonen. Eine geb\u00e4rdende Umgebung erm\u00f6glicht dem Kind selbstbestimmte Kommunikation, verbessert seine Teilhabechancen und verleiht sowohl ihm selbst als auch seiner Kommunikationsform mehr \u201eStatus\u201c.<\/p>\n<p>Entsprechendes gilt auch f\u00fcr die Mitarbeiter\/innen von Einrichtungen, die mit dem Kind arbeiten. Gemeinschaftliche Arbeit und kollektive Verantwortung der gesamten Belegschaft f\u00fcr eine geb\u00e4rdende Umgebung schaffen gemeinsame Voraussetzungen und entlasten den Einzelnen. Gemeinsam lassen sich z. B. Weiterbildungsforderungen eher durchsetzen, und es\u00a0 f\u00e4llt es leichter, das Kind als Bereicherung und die Aufgabe als Herausforderung anzusehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201e<strong>Der erste zentrale Ansatzpunkt<\/strong> f\u00fcr ein sowohl kommunikatives als auch geb\u00e4rdendes Umfeld ist das Zuhause. F\u00fcr die Familie ist es wichtig, dass alle, die mit dem Kind in Ber\u00fchrung kommen, \u00fcber dessen Kommunikationsschwierigkeiten und die geeigneten Methoden Bescheid wissen. Alle sollten au\u00dferdem eine GuK-Ausbildung erhalten, nicht nur die engsten Familienmitglieder.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201e<strong>Damit ein Kind eine neue Sprache<\/strong> lernen kann, muss es sich in einem Umfeld befinden, wo Kommunikation unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert wird. Die betreffende Sprache muss von vielen Personen und in allen Situationen verwendet werden. Zusammen mit der Sprache lernt das Kind die Regeln, nach denen zwischenmenschliche Verst\u00e4ndigung funktioniert. Kommunikation und kommunikative F\u00e4higkeiten entwickeln sich in der Interaktion, im Gespr\u00e4ch.\u201c<\/p>\n<p><strong>Boel Heister Trygg<\/strong>, Logop\u00e4din am S\u00f6dra Regionens Kommunikationscentrum (S\u00d6K), Malm\u00f6\/Schweden<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201e\u00a0Wir Menschen sind soziale Wesen, und unser Drang zu kommunizieren ist enorm. Wenn der Mensch ein Werkzeug bekommt \u2013 also etwas, das ihm die Kommunikation erleichtert \u2013 eignet er sich auch leichter die anderen Werkzeuge an, die er f\u00fcr seine Verst\u00e4ndigung ben\u00f6tigt. Was wir Menschen brauchen, ist Kommunikation, Kommunikation ist das Ziel \u2013 die Sprache nur ein Mittel. Dass die Kommunikation funktioniert, ist also wichtiger als die jeweilige Sprache, die dabei zum Einsatz kommt. Alles, was der Kommunikation dient, dient auch der Sprachentwicklung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Gunilla Ladberg<\/strong>, Psychologin und promovierte P\u00e4dagogin<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>David R. Beukelman<\/strong> und <strong>Pat Mirenda<\/strong> haben umfassende Informationen \u00fcber Unterst\u00fctzte Kommunikation zusammengestellt, darunter vieles zum Thema Geb\u00e4rdenunterst\u00fctzte Kommunikation. \u00a0Geb\u00e4rden sind bei einer Vielzahl unterschiedlicher Sprachst\u00f6rungen von Vorteil, schreiben die Autoren und nennen sechs gute Gr\u00fcnde f\u00fcr sprachbegleitende Geb\u00e4rden\u00a0:<\/p>\n<p>Man spricht langsamer und deutlicher<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rdenbewegungen sind leichter auszuf\u00fchren als Sprechbewegungen<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rden f\u00f6rdern die Konzentration beim Lernen<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 H\u00f6rged\u00e4chtnis und logisches Denken werden weniger beansprucht<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Visuelle Information (Geb\u00e4rden) beh\u00e4lt man oft leichter als auditive (Lautsprache).<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Eine Geb\u00e4rde ist dem Begriff, den sie beschreibt, oft \u00e4hnlicher als der entsprechende lautsprachliche Ausdruck<\/p>\n<p><strong>David R. Beukelman<\/strong>, Sprachpathologe, University of Nebraska, Lincoln\/USA, und <strong>Pat Mirenda<\/strong>\u00a0<strong>,<\/strong> Professorin an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Psychologie und Erziehungswissenschaften, University of British Columbia\u00a0, Vancouver\/Kanada, in: <em>Augmentative and alternative communication. Supporting children and adults with complex communication needs <\/em>(3. Auflage 2007)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wiebke Beckmann <\/strong>hat in einer Studie an 6-9-j\u00e4hrigen Sch\u00fcler\/innen mit Autismus untersucht, ob ein Wechsel der Sprache \u2013 von auditiv (Lautsprache) zu visuell (Geb\u00e4rden) \u2013 sich auf die Kommunikation und Interaktion der Kinder auswirkt. Die Studie basierte auf der Beobachtung, dass gesprochene Sprache bei den Kindern nicht die Art von Aufmerksamkeit erzeugte, die sie zum Sprechen motiviert, auch wenn das Geh\u00f6r der Kinder nicht beeintr\u00e4chtigt war.<\/p>\n<p>Wie die Ergebnisse zeigen, ver\u00e4nderte sich mit der Einf\u00fchrung von Geb\u00e4rden die Kommunikation im Klassenzimmer. Kinder und Erwachsene kommunizierten aufmerksamer miteinander und die Atmosph\u00e4re in der Schule entspannte sich. Diejenigen Kinder, die vorher nicht sprachen, konnten jetzt leichter mit Lehrer\/innen und Schulkamerad\/innen interagieren. Kooperation und Verst\u00e4ndigung verbesserten sich allgemein.<\/p>\n<p>Laut Wiebke Beckmann ver\u00e4ndert sich Aufnahmef\u00e4higkeit der Kinder deutlich durch den Einsatz von Geb\u00e4rden. Geb\u00e4rden f\u00f6rdern die Aufmerksamkeit der Kinder, machen ihnen die Dinge leichter begreiflich und verbessern dadurch die M\u00f6glichkeiten der Verst\u00e4ndigung und Zusammenarbeit. Zudem regt der betont visuelle, bewegte Charakter der Geb\u00e4rden die Kinder zur Nachahmung an.<\/p>\n<p><strong>Wiebke Beckmann<\/strong>, Wissenschaftliche Assistenstin, Universit\u00e4t Hamburg (Vortrag im Rahmen der Internationalen UK-Konferenz in D\u00fcsseldorf 2006)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Geb\u00e4rden und Zweitspracherwerb \u2013 Erfahrungen aus Schweden<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eDie Mitarbeiter\/innen der Kindergartenabteilung konnten Ver\u00e4nderungen in der Gruppe \u00a0beobachten, nachdem sie Geb\u00e4rdenunterst\u00fctzte Kommunikation eingef\u00fchrt hatten. Ihr Eindruck ist, dass sich die Kinder schneller neue W\u00f6rter aneignen, mehr verstehen, einen gr\u00f6\u00dferen Wortschatz entwickeln und auch fr\u00fcher anfangen zu sprechen. Kinder mit Schwedisch als Zweitsprache lernten den Erzieher\/innen zufolge leichter Schwedisch. Aus den Antworten geht auch hervor, dass einige Erzieher\/innen Unterschiede zwischen der betreffenden Abteilung und anderen Kindergartenabteilungen unter gleicher Leitung \u00a0wahrgenommen haben. Sie erleben die Kinder als kompetent in ihrem sprachlichen Ausdruck, als kontakt- und redefreudig. Ein Teilnehmer erw\u00e4hnt auch, dass die Kinder ruhiger sind, gut stillsitzen und zuh\u00f6ren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIm Kindergarten hat man festgestellt, dass die Kinder fr\u00fcher kommunizieren und dass sie schneller Schwedisch lernen, seit mit GuK gearbeitet wird. Dies l\u00e4sst sich unter anderem dadurch erkl\u00e4ren, dass die Kinder mit der Geb\u00e4rde ein Bild oder Symbol erhalten, das den Inhalt konkretisiert. Laut Bruner, unter Verweis auf Imsen (2000), spielen das konkrete und das visuelle Ged\u00e4chtnis eine wichtige Rolle beim Lernprozess. Kinder brauchen Bilder, um in ihrem Innern eigene Vorstellungen entwickeln zu k\u00f6nnen, und diese Bilder kann ihnen die Lautsprache allein nicht vermitteln.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass GuK den Zweitspracherwerb in Kindergarten und Schule durchaus unterst\u00fctzen kann. Die Geb\u00e4rde kann ein erster Schritt auf dem Weg zur neuen Sprache sein. Genau wie ein Kind, das krabbelt, bevor es laufen lernt, nimmt das Kind die Geb\u00e4rde zu Hilfe, bevor ihm das Wort in der neuen Sprache zur Verf\u00fcgung steht.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Johansson, Cecilia<\/strong> und <strong>Reftel, Katarina<\/strong>: <em>TAKK som ett st\u00f6d f\u00f6r andraspr\u00e5ksinl\u00e4rning i f\u00f6rskola och skola. <\/em><em>Skolutveckling och ledarskap<\/em>\u00a0<em>.<\/em> (2005) (Ausz\u00fcge aus einer Examensarbeit im Aufbaustudiengang Sonderp\u00e4dagogik\/Lehramt, Hochschule Malm\u00f6\/Schweden)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u00a0Stellenweise wird daf\u00fcr pl\u00e4diert, in bestimmten Kinderg\u00e4rten bei allen Kindern der Gruppe Geb\u00e4rden einzusetzen. Viele Kinder in schwedischen Kinderg\u00e4rten haben eine andere Muttersprache. Geb\u00e4rden dienen als Br\u00fccke zwischen der Muttersprache und dem Schwedischen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Boel Heister Trygg<\/strong>, Logop\u00e4din am S\u00f6dra Regionens Kommunikationscentrum (S\u00d6K), Malm\u00f6\/Schweden<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8221;1\/1&#8243;][vc_column_text]\u201d\u00a0Es gibt viele Gr\u00fcnde, die Vorteile einer geb\u00e4rdenden Umgebung f\u00fcr das Kind zu betonen. 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