{"id":258,"date":"2019-01-30T11:13:01","date_gmt":"2019-01-30T11:13:01","guid":{"rendered":"http:\/\/signitforward.wpengine.com\/?p=258"},"modified":"2019-01-31T14:52:17","modified_gmt":"2019-01-31T14:52:17","slug":"58-59-forts-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/signitforward.com\/de\/58-59-forts-forschung\/","title":{"rendered":"58-59 Forts Forschung"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8221;1\/1&#8243;][vc_column_text]Langj\u00e4hrige Erfahrung hat gezeigt, dass Geb\u00e4rden vielen Kindern, die besondere Unterst\u00fctzung bei der Sprachentwicklung brauchen, gute Dienste leisten. Hierbei kann es sich z. B. um Kinder mit Down-Syndrom, Autismus oder spastischer L\u00e4hmung handeln, oder auch um Kinder, deren Sprachentwicklung aus verschiedenen Gr\u00fcnden verz\u00f6gert ist. Nach neuesten Erkenntnissen profitieren auch Kinder mit normaler Sprachentwicklung sprachlich sowie intellektuell von Geb\u00e4rden, wenn fr\u00fch damit begonnen wird.<\/p>\n<p>Jon F. Miller (Miller et al. 1991) demonstriert in seinen Studien, dass geb\u00e4rdende Personen verglichen mit Nichtgeb\u00e4rdenden \u00fcber einen gr\u00f6\u00dferen lautsprachlichen Wortschatz verf\u00fcgen. Millers Forschung belegt auch, dass visuelle Information leichter zu verarbeiten ist und dass Geb\u00e4rden der Verst\u00e4ndlichkeit dienen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jon F. Miller<\/strong>, Professor am Fachbereich Kommunikationsst\u00f6rungen der University of Wisconsin\/USA<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kommunikation ist ein menschliches Grundbed\u00fcrfnis und subjektiv f\u00fcr Lebensqualit\u00e4t von entscheidender Bedeutung. Sie ist eine wesentliche Bedingung f\u00fcr soziale Partizipation und Selbstbestimmung und zudem eine wichtige Grundlage jeder Entwicklung. Es besteht deshalb die Notwendigkeit, beeintr\u00e4chtigten Kindern sowohl fr\u00fche entwicklungsbegleitende Hilfen zum Verstehen und zum Verst\u00e4ndigen anzubieten als auch Jugendlichen und Erwachsenen, die sich nicht hinreichend lautsprachlich verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, M\u00f6glichkeiten erg\u00e4nzender und ersetzender Kommunikationsformen zu vermitteln. Besonders g\u00fcnstige Erfahrungen bei der Anwendung von Geb\u00e4rden liegen zur sprachlichen F\u00f6rderung bei Kindern mit Down-Syndrom vor, aber auch bei anderen Kindern mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen, die eine stark verlangsamte Sprachentwicklung zeigen, aber keine wesentlichen motorischen probleme haben. Bei Zweisprachigkeit k\u00f6nnen Geb\u00e4rden eine Br\u00fccke f\u00fcr das Verstehen und die Verst\u00e4ndigung sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Etta Wilken,\u00a0<\/strong>emeritierte Professorin f\u00fcr Allgemeine und Integrative Behindertenp\u00e4dagogik an der Leibniz-Universit\u00e4t Hannover, in ihrem Buch <em>Unterst\u00fctzte Kommunikation. Eine Einf\u00fchrung in Theorie und Praxis<\/em> (3. Auflage 2010)<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u201dF\u00fcr Kinder ist es ein Vorteil, wenn sie schon vom Babyalter an eine Sprache lernen. Den Eltern sollte man Mut machen, Geb\u00e4rden einzusetzen, und Ihnen Informationen zu verschiedenen Aspekten der Sprachentwicklung geben, damit sie ihrem Kind helfen k\u00f6nnen. Vermutlich sind die Eltern die mit Abstand besten Lehrer ihrer Kinder. Wir sollten sie ermuntern, den Wortschatz des Kindes kontinuierlich zu erweitern und dann auch mit der Struktur der Sprache zu arbeiten. Wenn n\u00f6tig, sollten sie das Sprachtraining bis in die Pubert\u00e4t fortsetzen. Unsere Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass Kinder, die fr\u00fch Sprachtraining \u2013 einschlie\u00dflich Geb\u00e4rden- und Lesetraining \u2013 erhalten, unter Umst\u00e4nden nicht so lange Unterst\u00fctzung brauchen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sue Buckley<\/strong>, emeritierte Professorin mit Arbeitsschwerpunkt Lernbehinderungen, Fachbereich Psychologie, University of Portsmouth\/Gro\u00dfbritannien. Gr\u00fcnderin von Down Syndrome Education International (DSE).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Die wichtigsten Vorteile von Geb\u00e4rden:<\/strong><\/p>\n<p>Geb\u00e4rden kommen mit weniger Feinmotorik aus als die Lautsprache<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rden nutzen andere Sinneskan\u00e4le<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rden f\u00f6rdern die Konzentration<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rden sind in vielen F\u00e4llen konkreter<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rden verdeutlichen die gesprochene Sprache<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rden hat man immer dabei<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rden bremsen den Redefluss von Erwachsenen<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 Geb\u00e4rden bilden eine Br\u00fccke zwischen der Lautsprache der Umgebung und der eigenen angeborenen Ausdrucksweise, der K\u00f6rpersprache<\/p>\n<p>Entnommen aus: Boel Heister Trygg: <strong><em>TAKK \u2013 tecken som alternativ och kompletterande kommunikation<\/em><\/strong> (2004)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Linda Acredolo<\/strong> und <strong>Susan Goodwyn<\/strong> zeigen in ihrer von National Institutes of Health (USA) finanzierten Studie aus dem Jahr 2000, dass Geb\u00e4rden bei ALLEN Kindern eine sprachf\u00f6rdernde Wirkung haben. 140 Kinder im Alter von 11 Monaten mit normaler Sprachentwicklung wurden nach dem Zufallsprinzip in eine geb\u00e4rdende und eine nicht-geb\u00e4rdende Gruppe eingeteilt. S\u00e4mtliche Kinder wurden bis zum Alter von drei Jahren alle vier Monate mithilfe von standardisierten Sprachtests beurteilt. Demnach waren die geb\u00e4rdenden Kinder den anderen Kindern im Alter von zwei Jahren etwa vier Monate voraus. Im Alter von drei Jahren sprachen die geb\u00e4rdenden Kinder im Durchschnitt etwa wie Vierj\u00e4hrige, hatten also einen Vorsprung von fast einem Jahr. Ferner zeigte sich, dass diesen Kindern das Lernen auch sp\u00e4ter leichter fiel.<\/p>\n<p>Abgesehen von den dokumentierten Impulsen f\u00fcr die lautsprachliche und geistige Entwicklung hat man im Rahmen der Studie noch weitere wichtige St\u00e4rken von Geb\u00e4rden erkannt. Geb\u00e4rdenkommunikation bei h\u00f6renden Kindern\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 reduziert Frustration und Aggression<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 macht Eltern und Lehrer aufmerksamer<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 schafft Vertrauen zwischen Kindern und Erwachsenen<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 gibt Kindern die M\u00f6glichkeit, sich verst\u00e4ndlich zu machen und ihre F\u00e4higkeiten zu zeigen<\/p>\n<p>\u0096\u00a0 tr\u00e4gt zu einer positiven emotionalen Entwicklung der Kinder bei, st\u00e4rkt Selbstvertrauen und Selbstwertgef\u00fchl<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Linda Acredolo<\/strong>, emeritierte Professorin f\u00fcr Psychologie, University of California\/USA, und <strong>Susan Goodwyn<\/strong>, Professorin f\u00fcr Psychologie, California State University\/USA, sind die Autorinnen des Buches <em>Babysigns: How to talk to your baby before your baby can talk<\/em>.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In seinem Vortrag bei der International Conference on Developmental Issues in Down Syndrome (2005) erw\u00e4hnt <strong>John Clibbens<\/strong>, da\u00df Geb\u00e4rdenkommunikation nach den gleichen Regeln abl\u00e4uft wie gesprochene Sprache. Die Geb\u00e4rdenkommunikation entspricht der Struktur der Lautsprache, was den Sprecherwechsel betrifft, und kann im Verlauf der kindlichen Sprachentwicklung grammatisch aufgebaut werden. Der Einsatz von Geb\u00e4rden f\u00f6rdert die Sprachentwicklung, erweitert den Wortschatz, reduziert Frustration und sorgt f\u00fcr bessere Verst\u00e4ndlichkeit. Fortgesetzte Geb\u00e4rdenkommunikation bei \u00e4lteren Kindern wirkt sich positiv auf deren Grammatikgebrauch aus.<\/p>\n<p><strong>John Clibbens<\/strong>,emeritierter Professor f\u00fcr Entwicklungspsychologie, Fachbereich Psychologie, University of Birmingham\/Gro\u00dfbritannien<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eEin Kind braucht fr\u00fchen und regen Austausch mit wichtigen Bindungspersonen. Ohne Dialog mit anderen Menschen baut es in seinem Inneren keine Erlebnis- und Gedankenwelt auf, und ohne diese Welt fehlt ihm der Ausgangspunkt f\u00fcr seine Kommunikation.\u201c<\/p>\n<p><strong>Margareta Berg-Brod\u00e9n <\/strong>und <strong>Bim<\/strong> <strong>Riddersporre, <\/strong><em>Intervention vid tidiga kontaktst\u00f6rningar. <\/em><em>Interaktionell diagnostik och samspelsbehandling<\/em>. In: Socialmedicinsk Tidskrift 9-10 (1993), S. 428-435[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8221;1\/1&#8243;][vc_column_text]Langj\u00e4hrige Erfahrung hat gezeigt, dass Geb\u00e4rden vielen Kindern, die besondere Unterst\u00fctzung bei der Sprachentwicklung brauchen, gute Dienste leisten. 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